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TU Berlin

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Alois Riedler

Alois Riedler (1850-1936)

Alois Riedler
Geboren 1850 in Graz

Alois Riedler kam am 15. Mai 1850 in Graz als Sohn eines Kunstbleichers zur Welt. Er studierte von 1866 bis 1871 Maschinenbau an der TH Graz und wurde anschließend Assistent am Lehrstuhl für Maschinenbau an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn. 1873 wechselte er an die TH Wien, wo er zunächst als Assistent und ab 1875 als Maschinenkonstrukteur tätig war. 1880 erhielt Riedler einen Ruf an die TH München, vier Jahre später wechselte er an die TH Aachen, und schließlich wurde er 1888 Professor für Maschinenbau an der TH Berlin.

Riedler schenkte dem Einsatz der Maschinen in der betrieblich-industriellen Praxis immer besondere Aufmerksamkeit. Dies zeigte sich schon in seinen Berichten von den Weltausstellungen in Philadelphia 1876 und Paris 1878, die ihm einige Anerkennung einbrachten. Als einer der Ersten setzte Riedler systematisch Indikatordiagramme zum Vergleich des Wirkungsgrads von Maschinen ein. Bei seiner Berufung an die TH Berlin handelte er aus, dass er an der Hochschule ein privates Konstruktionsbüro einrichten könne. Er entwickelte schnellaufende Pumpen für den Einsatz in Wasserwerken und zur Wasserhaltung in Bergwerken. Riedlers Expresspumpen waren zwar nach wenigen Jahren durch neuere Konstruktionen verdrängt, die grundlegende Idee, durch höhere Arbeitsgeschwindigkeit zu höherer Effizienz zu gelangen, war jedoch wegweisend für den Maschinenbau.

Gedenktafel gewidmet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Gebäude „Neue Technik“ der Technischen Universität Graz.
Gedenktafel gewidmet vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) im Gebäude „Neue Technik“ der Technischen Universität Graz.
Lupe

Auch in der Ingenieursausbildung vertrat Riedler einen konsequent praxisbezogenen Ansatz. Im Anschluss an die Weltausstellung in Chicago 1893 besuchte Riedler zahlreiche technische Lehranstalten in den USA. In einem Bericht empfahl er insbesondere den praxisnahen Unterricht in reich ausgestatteten Ingenieurlaboratorien als vorbildlich und forderte die Einrichtung von Maschinenbaulaboratorien an den Technischen Hochschulen in Deutschland. Bereits 1896 wurde an der TH Berlin das erste Maschinenbaulaboratorium, unter Leitung von Emil Josse (1866-1940), eingerichtet. Den Zeichenunterricht reformierte Riedler mit seinem Werk "Das Maschinen-Zeichnen" (1896). Er propagierte exakte, bemaßte, dem jeweiligen Zweck angepasste Schwarz-Weiß-Zeichnungen und wurde damit zum Begründer des modernen technischen Zeichnens.

Im Jahr 1899 war Riedler Rektor der TH Berlin und führte in dieser Position die Gespräche zur Vorbereitung der Hundertjahrfeier der TH. Gemeinsam mit Adolf Slaby (1849-1913) gelang es ihm, dass Wilhelm II. (1859-1941) den preußischen Technischen Hochschulen im Rahmen dieser Feier das Promotionsrecht verlieh.

Riedler hat sich intensiv mit der Entwicklung des Otto- und des Dieselmotors befasst. 1903 richtete er das "Laboratorium für Verbrennungskraftmaschinen" an der TH Berlin ein, das 1907 zum "Laboratorium für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftwagen" erweitert wurde. Riedler übernahm die Leitung dieses Laboratoriums und konstruierte dafür den ersten Rollenprüfstand zur Untersuchung von Kraftwagen.

1897 erhielt er die Grashof-Gedenkmünze, die höchste Auszeichnung des VDI, verliehen. Der Österreichische Ingenieur- und Architektenverein ernannte ihn 1900 zum korrespondierenden Mitglied und verlieh ihm 1931 die Goldene Ehrenmünze. Im Alter von 70 Jahren wurde Riedler 1920 emeritiert. Er kehrte zurück nach Österreich und starb fast vergessen am 25. Oktober 1936.

Literatur: Karl-Heinz Manegold: Alois Riedler in W. Treue u. W. König: Berlinische Lebensbilder Bd. 6 - Techniker, Berlin, Colloquium Verlag 1990, S. 293-307

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