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TU Berlin

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100 Jahre Kraftfahrzeugtechnik: Sicher, schnell und komfortabel

Montag, 15. Oktober 2007

Rund 350 mal täglich wird heute ein Mercedes der S-Klasse gebaut, ein Rolls Royce der höchsten Kategorie immerhin noch dreimal täglich. Der Automobilbau ist zu einer kompliziert vernetzten Großindustrie geworden, der Rechner bereits in der Entwicklung nicht mehr wegzudenken. Jedes Fahrzeug, jedes Assistenzsystem zur Fahrdynamik oder zur Sicherheitstechnik wird zunächst digital entwickelt, lange bevor das erste Werkzeug für den Bau entworfen wird. Der Kunde soll später sicher, schnell und komfortabel über das weltweit ausgebaute Straßennetz rollen.

Das war vor 120 Jahren etwas anders. "Man musste als Besitzer eines Automobils schon eine gewisse Leidensfähigkeit mitbringen", erklärt Volker Schindler, Leiter des Fachgebiets Kraftfahrzeugtechnik, das in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen an der TU Berlin beziehungsweise an der Vorgängerinstitution, der Königlichen Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, feierte. "Nicht nur dass man damals als Spinner belächelt wurde. Probleme mit Anlassern, Bremsen und ständige Reifenwechsel machten die Fahrt ins Grüne zu einer nicht unerheblichen Kraft- und Nervenanstrengung." Erst um die Jahrhundertwende änderte sich mit dem Autobauer Ford in den USA das Bild.In Deutschland begann das wissenschaftliche Interesse am Verkehrsmittel Automobil mit Vorlesungen der Professoren Georg Klingenberg und August von Borries über Bau und Betrieb von Automobilen ab 1900 an der TH Berlin. 1907 schließlich gründete Alois Riedler hier das "Institut für Verbrennungskraftmaschinen und Kraftwagen". Damit begann die moderne praktische Forschung am Gegenstand Automobil. Von den etwa 6000 Studenten der damaligen Technischen Hochschule besuchten etwa die Hälfte die Veranstaltungen Alois Riedlers. Das Gebäude, das der Architekt Julius Raschdorff für das Institut, für die Messungen und Untersuchungen entwarf, steht heute noch auf dem Südcampus der TU Berlin in Charlottenburg. Dort wurden wissenschaftliche Erkenntnisse zur Leistungssteigerung und Brennstoffersparnis und zur Großserienfertigung gewonnen. Das Institut war die amtliche Prüfstelle für Kfz, es wurden Karosserien und Motoren entwickelt. Der Zweite Weltkrieg zweckentfremdete das Laboratorium schließlich; es wurden Granaten dort hergestellt.

Nach Krieg und Neuanfang waren es vor allem die Professoren Ernst Fiala - den Volker Schindler im Übrigen als Ehrengast zu den Feierlichkeiten begrüßen konnte -, Hermann Appel oder Hans-Peter Willumeit, die das Institut zu einer der führenden Einrichtungen Europas machten. Erst 1991 zog das Fachgebiet aus Platzgründen in die neuen Hallen auf dem ehemaligen AEG-Gelände im Wedding. Heute geht es in der Forschung allerdings nicht mehr nur um Konstruktion. Viele, auch soziale Belange der Verkehrsentwicklung spielen heute eine Rolle, und - nicht zuletzt - die Ausbildung von interkulturell gebildeten Ingenieuren. "Denn", so Volker Schindler, "die Welt dreht sich schneller: Was hier entwickelt wird, wird später woanders gebaut."

Quelle: TU intern, Oktober 2007, Patricia Pätzold

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