TU Berlin

Department Automotive EngineeringVermeidung von Kinetose bei automatisiert fahrenden Kraftfahrzeugen

Page Content

to Navigation

There is no English translation for this web page.

Vermeidung von Kinetose bei automatisiert fahrenden Kraftfahrzeugen

Motivation

Mit der zunehmenden Automatisierung von Kraftfahrzeugen wird der Fahrer immer mehr selber zum Passagier. Hierdurch rücken alternative Sitzkonzepte und die Möglichkeit, nicht fahrgebundene Aufgaben erledigen zu können, in den Fokus. Eine negative Begleiterscheinung wird eine höhere Anfälligkeit für Kinetose (auch Reise- oder Bewegungskrankheit) sein.  Damit wird die Neigung beschrieben, bei bestimmten Bewegungen während einer Fahrt mit einem Fahrzeug mit Unwohlsein, Übelkeit bis hin zum Brechreiz zu reagieren. Beifahrer sind gegenüber aktiven Fahrern davon sehr viel stärker betroffen. Durch das Auftreten von Kinetose können viele Vorteile des automatisierten Fahrens vom Kunden nicht genutzt werden und die Akzeptanz für diese Fahrzeuge wird hierdurch abnehmen. Der Fahrkomfort wird durch Kinetose deutlich reduziert und es kommt zu einer Beeinträchtigung der Fahrleistung, was insbesondere bei der Übernahme der Fahrzeugführung durch den Fahrer zu einer Verminderung der Fahrsicherheit führen wird. Ein tieferes Verständnis für die Ursachen von Kinetose in Kraftfahrzeugen und Ansätze für die Vermeidung von Kinetose sind somit wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Einführung von automatisiert fahrenden Kraftfahrzeugen.

 

 

Ziel

Im Rahmen eines DFG-Projekts wird am Fachgebiet Kraftfahrzeuge der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin untersucht, inwieweit sich bestimmte Beschleunigungsamplituden und Drehbewegungen des Fahrzeugs auf das Kinetoserisiko auswirken. Des Weiteren soll bewertet werden, ob bewegungskompensatorische Maßnahmen zur Verringerung des Kinetoserisikos beitragen und ob ein Zusammenhang zwischen den physiologischen Eigenschaften des Gleichgewichtsorgans und der individuellen Kinetoseempfindlichkeit besteht. Schließlich soll ein Modell entstehen, welches den Kinetosezustand anhand messbarer Größen während einer Autofahrt berechnet. Außerdem soll ein Verfahren zur objektiven Bewertung des Kinetosezustands von Fahrzeuginsassen entwickelt werden.

Vorgehensweise

Das Projekt gliedert sich im Wesentlichen in 5 Teile:

  1. Vorbereitung des Versuchsfahrzeugs

    • Konfiguration und Umbau eines Serienfahrzeugs, wodurch eine variable Beeinflussung der benötigten Fahrzeugeigenschaften möglich wird. Entwicklung einer aktiven Sitzverstellung zur Bewegungskompensation.

  2. Experimentelle Studie zum Einfluss von horizontalen Beschleunigungsamplituden und Drehbewegungen des Fahrzeuges auf Kinetose

    • Durchführung von Probandenversuche für die zwei Fahrmanöver „Bremsen und Beschleunigen“ und „Spurwechsel“.

  3. Kinetosekategorisierung und Charakterisierung des Gleichgewichtsorgans der Probanden

    • Einstufung der Probanden nach ihrer Kinetoseempfindlichkeit durch die Erzeugung von Kinetose auf einer Drehstuhlanlage. Identifizierung physiologischer Parameter zur Charakterisierung des Gleichgewichtsorgans.

  4. Entwicklung eines Algorithmus zur Bestimmung des Kinetosezustands durch physiologische Merkmale
  5. Entwicklung eines numerischen Kinetosemodells

    Zeitraum

    September 2019 - August 2022

     

     

     

    Navigation

    Quick Access

    Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe